2016 – Thema D – Ursula Lackner


Bildungssystem stetig verändern

Nur wenige politische Themen haben die Regierungen der vergangenen Jahrzehnte so intensiv beschäftigt wie die Diskussion um „die Bildungsreform“. Alleine der Begriff erweckt bei vielen schon Erwartungen nach dem großen Wurf, dem radikalen Schnitt. Den wird es nie geben – und das ist gut so. Wir können das Bildungssystem nicht von heute auf morgen umkrempeln, sondern müssen fließende Übergänge schaffen und einen stetigen Verän­derungsprozess führen.

Das gelingt. In den vergangenen Jahren hat das Bildungs­system einen permanenten Wandel erfahren, um den aktuellen Bedürfnissen der SchülerInnen, der LehrerInnen, der Eltern, der Arbeitgeber etc. gerecht zu werden. Dass diese Veränderungen nicht immer schnell genug gehen, ist nicht von der Hand zu weisen – aber demokratische und kom­plexe Prozesse brauchen ihre Zeit.

Aber es bewegt sich nicht nur etwas, sondern Vieles. Bin­nen weniger Jahre hat sich die Ganztagsschule fest im Bil­dungssystem verankert, an den insgesamt 654 stei­rischen Volks-, Sonder- und Neuen Mittelschulen gibt es in diesem Schuljahr bereits 626 ganztägig geführte Gruppen – Ten­denz stark steigend. An mehr als 100 Schulen küm­mern sich SchulsozialarbeiterInnen um SchülerInnen mit per­sön­lichen Problemen und entlasten die LehrerInnen damit enorm. Für die Schuleingangsphase gibt es in diesem Schuljahr in der Steiermark 30 zusätz­liche LehrerInnen, um den Kindern den Wechsel vom Kindergarten in die Volks­schule zu erleichtern und individualisierte Förderung so­wohl von Kindern mit Aufholbedarf als auch von Be­gabten zu ermöglichen.

Es sind die vielen kleinen Schritte wie diese, die in Summe die große Veränderung ausmachen. Mit dem Ziel, Kindern und Jugendlichen die bestmögliche Bildung zu geben, für LehrerInnen den Beruf und die Schule selbst attraktiv zu gestalten und den Eltern die Gewissheit zu geben, dass ihre Kinder in unserer Bildungslandschaft gut aufgehoben sind.


Ursula Lackner

Über Ursula Lackner

Lehramtsstudien Germanistik sowie Geschichte und Sozialkunde an der Universität Graz, ehem. Geschäftsführerin von ISOP Steiermark, dann der SPÖ Graz-Umgebung. Ab 1996 Referentin bei LR Günter Dörflinger, ab 2000 Landtagsabgeordnete, in der Folge Dritte bzw. Zweite Landtagspräsidentin. Seit 2015 Landesrätin für Bildung und Gesellschaft. [Foto: © Lunghammer]