2016 – Thema D – Stefan Zotti


Reformagenda Internationalisierung

Der Europäische Hochschulraum gehört zu den Erfolgsgeschichten der europäischen Integration. Das Erasmus-Programm steht wie kaum eine andere europäische Initiative für Offenheit, Freiheit und Kooperation. So selbstverständlich das Auslandssemester für viele Studierende in den letzten Jahren geworden ist, so schwer tun sich aber bis heute viele Hochschulen mit dem Konzept der umfassenden Internationalisierung. Dabei meint Internationalisierung deutlich mehr als die Förderung der Mobilität von Studierenden und Lehrenden: die Ausrichtung an der internationalen Spitze, die Suche nach strategischen Kooperationen mit Partnern weltweit, aber auch eine Personalpolitik, die internationale Expertise belohnt und Spitzenleute zu rekrutieren sucht.

Internationalisierung ist ein substantieller Teil jeder umfassenden und nachhaltigen Reformagenda für die Bildungsinstitutionen. Dies gilt nicht nur für die Universitäten und Hochschulen: Erasmus+ ist ein integratives Reformprogramm entlang der gesamten Bildungskette und fördert die Weiterbildung für Lehrer ebenso wie europaweite Projekte in Schulen, unterstützt die Mobilität innerhalb und außerhalb Europas ebenso wie die Qualität in der Erwachsenenbildung.

Die Kooperation mit internationalen Partnern im Bildungsbereich ist aber auch zentraler Bestandteil einer umfassenden Außenpolitik und als Instrument der soft diplomacy von unverzichtbarer Bedeutung für den Aufbau langfristiger politischer und wirtschaftlicher Partnerschaften. International ausgerichtete Bildungsinstitutionen leisten damit einen nachhaltigen Beitrag zur Sicherung der nationalen und regionalen Wettbewerbsfähigkeit, indem sie die eigene Innovationskraft steigern und neue Märkte eröffnen. Ein Wissenschafts- und Innovationsstandort Österreich, inmitten Europas, ist entweder international ausgerichtet und offen – oder er ist gar nicht!


Stefan Zotti

Über Stefan Zotti

Dr. Stefan Zotti, M.E.S., Studium der Katholischen Theologie in Graz und Wien, European Studies in Krems. Berufliche Station im Parlament, Europäischen Parlament, Bundeskanzleramt. 2007-2009 Ministersekretär im Wissenschaftsministerium, 2010–2013 Mitglied des Kabinetts von EU-Regionalkommissar Johannes Hahn. Seit 2016 Geschäftsführer der OeAD-GmbH, Vizepräsident der Academic Cooperation Association (ACA). [Foto: © OeAD/Sabine Klimpt]