2016 – Thema D – Friedrich Faulhammer


Konsequente Stärkung von Stärken

Forschung, Innovation und ein hohes Bildungsniveau sind unbestrittene Voraussetzungen, um im globalen Wett­be­werb zu bestehen. Österreichs Wissenschafts- und For­schungspolitik hat auf diese Herausforderungen verstärkt ab dem Jahr 2000 reagiert und wesentliche Anstrengungen unternommen. Wichtiges Element dabei war die Erar­bei­tung einer Strategie für Forschung, Technologie und Innovation als systematische Planungsgrundlage. Ihre zöger­liche Umsetzung mündet jedoch nach Jahren des Auf­holens in einen Rückfall Österreichs bei zentralen Indika­toren der Innovationskraft und Wettbewerbsfähigkeit. Die ständig wiederholende und erschöpfende Forderung lautet: Österreich braucht eine konsequentere Umsetzung seiner (wissenschafts-)strategischen Vorhaben. Das ist zum Leidwesen aller Beteiligten hinlänglich bekannt.

Universitäten haben dabei im Forschungs- und Inno­vations­system eine wichtige Rolle. Um ihre Funktion besser wahr­nehmen zu können, braucht es – unabhängig von der (weit) entfernten Budget-Realisierung im Rahmen des be­schlossenen zwei Prozent des BIP-Ziels – eine verstärkte Schwer­punktsetzung und Positionierung der Universitäten, den geschärften Blick auf kritische Größen an den Hoch­schulen, sowie die konsequente Stärkung von Stärken, trotz (oder gerade wegen) der notwendigen universitären Vielfalt und der gesellschaftlichen Verant­wortung, die Uni­versitäten wahrzunehmen haben.

Dabei darf nicht zu „kleinräumig“ gedacht werden. Den Referenzrahmen bilden die Herausforderungen der glo­balen Entwicklungen, von Handels-, Kapital- und Migra­tions­­strömen bis zu ökologischen und demografischen Herausforderungen – Stichwort Wettbewerbsfähigkeit und Höherqualifizierung der Gesellschaft. Österreich braucht ein Denken und ein Handeln mit globaler Perspektive.


Friedrich Faulhammer

Über Friedrich Faulhammer

Jurist, ehem. tätig am Institut für Rechtsgeschichte und in der Universitätsdirektion der Universität Wien, danach im Bundesministerium für Wissenschaft und Forschung, u.a. beteiligt an der Implementierung des Universitätsgesetzes 2002. Später Sektionschef sowie von 2009 bis 2013 Generalsekretär. Seit 2013 Rektor der Donau-Universität Krems, 2017 bis 2019 außerdem Präsident der Donau-Rektorenkonferenz. [Foto: © DUK Reischer]