2018 – Kristina Edlinger-Ploder


Lebenslang Lernen

Die Entwicklung des österreichischen bzw. steirischen Wirtschaftsstandortes wird in den nächsten Jahren davon abhängen, inwieweit es gelingt, möglichst viele Menschen auf dem Weg zu einem bewussten Umgang mit der digitalen Welt mitzunehmen. Ob privat oder beruflich – es ist notwendig, nicht allen neuen Technologien blind zu vertrauen, sondern diese kritisch zu hinterfragen und eine Entscheidung darüber zu treffen, inwieweit diese zum eigenen Leben beitragen sollen oder müssen. Um diese Urteilsfähigkeit zu entwickeln, sind weiterhin klassische Bildungsziele bzw. die Beherrschung der Kulturtechniken unabdingbar, dazu kommen aber Fertigkeiten und Kenntnisse, die erst in den letzten Jahren erlern- und erfahrbar wurden. So müssen wir uns nicht nur der Bildungsfrage junger Menschen zuwenden, sondern auch darüber nachdenken, wie wir Menschen, die an sich eine Erstausbildung abgeschlossen haben, wieder dafür gewinnen können, weiterzulernen oder wieder zu lernen. Das Thema des lebenslangen Lernens gewinnt dadurch Bedeutung über das persönliche Interesse hinaus und muss in Österreich einen neuen Stellenwert bekommen. Dafür muss das Angebot einerseits quantitativ und didaktisch erweitert werden, andererseits gilt es, die soziokulturelle Atmosphäre zum Lernen in Österreich zu verändern.
Es ist keine Schande, etwas nicht zu können oder zu wissen, es ist aber dumm, es nicht lernen zu wollen.


Kristina Edlinger-Ploder

Über Kristina Edlinger-Ploder

Studium der Rechtswissenschaften in Graz. Ehem. Büroleiterin von LH Waltraud Klasnic, von 2003 bis 2014 Mitglied der Steiermärkischen Landesregierung (u.a. für Bildung, Wissenschaft und Forschung, Finanzen, Verkehr, Gesundheit und Pflegemanagement), 2014 bis 2016 Vizerektorin der Med Uni Graz, seit 2016 Rektorin und Geschäftsführerin an der FH CAMPUS 02 in Graz, seit März 2018 Universitätsrätin an der Med Uni Innsbruck. [Foto: © Peter Melbinger]