2016 – Thema D – Josef Penninger


Österreich auf dem Weg zur Wissensgesellschaft

Gesellschaften, die in unserer komplexen Zukunft erfolg­reich sein wollen, müssen innovativ sein! Österreich muss daher verstärkt auf Humankapital setzen und in den Bereichen Forschung, Wissenschaft und Innovation auf eine Vorreiterrolle hinarbeiten. Eine Grundlage dafür ist eine ausgezeichnete Ausbildung in den entsprechenden Fachrichtungen.

Kinder sind von Natur aus neugierig und wollen die Welt, in der sie leben, entdecken und verstehen. Was liegt daher näher, als diesen ureigenen Trieb der Kinder aufzu­greifen und zu fördern? Das bis­herige Unter­richts­programm der Volks­schulen und weiter­führenden Schulen bietet noch zu wenig Fokus auf Natur­wissenschaften. Viel Entdecker­trieb ist schon verloren ge­gangen, bis Schüler höherer Schulen endlich mit diesen Themen in Berührung kommen.

Ballungsräume bieten zwar einige Initiativen, um das Interesse an Naturwissenschaften zu fördern, wie etwa offen zugängliche Labors. Im ländlichen Raum aber müssen verstärkt Schulen die vielen schlummernden Talente ent­decken und gezielt fördern. So lassen sich Kinder und Jugendliche schon früh für ein naturwissen­schaft­liches Studium begeistern. Leisten dann auch die Universitäten gute Arbeit, werden mehr Absolventen eine Laufbahn in der Forschung verfolgen.

Schlussendlich wird alles davon abhängen, ob es uns gelingt, diese besten Köpfe für unser Land zu gewinnen, auszubilden und auch hier zu halten. In die Infrastruktur der Lebenswissenschaften ist in den letzten Jahren viel investiert worden, herausragende Institutionen wie das IMBA, oder das CEMM sind gegründet und hochmodern ausgestattet worden. Sie alle können aber nur Erfolg haben, wenn geniale Menschen in ihnen Erkenntnisse gewinnen und Ideen haben – und so unser Land zu einem Land des Wissens und der Innovation machen.

 


Josef Penninger

Über Josef Penninger

Medizinstudium an der Universität Innsbruck. Von 1994 bis 2002 war er Principal Investigator beim US-Gentechnikkonzern Amgen. 2002 wurde er nach 13-jähriger Forschungstätigkeit in Kanada von der Akademie der Wissenschaften für die Leitung des neugegründeten Instituts für Molekulare Biotechnologie (IMBA) in Wien nach Österreich zurückgeholt. [Foto: © IMBA Michael Sazel]