2016 – Thema D – Herbert Budka


Grundlagenforschung stärken!

Die einzige erfolgversprechende langfristige Strategie unseres Landes ist für mich, einen in Österreich und in der Schweiz tätigen biomedizinischen Wissenschaftler mit internationaler Vernetzung, eine sofortige Schwerpunkt­bildung im Bereich des geistigen Kapitals. Meine Vor­stellungen lassen sich in zwei Punkten zusammenfassen:

1.     Aufwertung von Erziehung, Bildung, Wissenschaft und Forschung als DIE nationalen Top-Prioritäten mit entsprechender finanzieller Ausstattung; Reali­sierungs­vorschläge dazu wären

a.     Intensivierte öffentliche Meinungsbildung auf allen Ebenen;
b.    Erstellung einer langfristigen nationalen Strategie mit entsprechender budgetärer Berücksichtigung, insbe­son­dere unter Beachtung einer
i.     Anhebung der Akademikerquote [14 Prozent (25-64a), zweit­niedrigster Wert in der OECD] und der sozialen Durchlässigkeit; und
ii.     ausreichenden sozialen Absicherung des (tertiären) Bildungssektors (2/3 der Studierenden arbeiten).

2.     Aufwertung der chronisch unterfinanzierten Grund­lagen­forschung, auch zu Lasten der öffentlichen (Mit-) Finanzierung industrieller Forschung nach Schweizer Muster; Realisierungsvorschläge dazu wären

a.     schrittweise Budgetumschichtung der öffentlichen Forschungsfinanzierung zur Grundlagenforschung (dzt. nur 19,4 Prozent), national und auch in der EU;
b.     wissenschaftliche Exzellenz als einziges Förder­kri­te­rium;
c.     bevorzugte Förderung international wett­bewerbs­fähiger Gruppen mit längerfristiger Planungs- und Finanz­sicherheit; und
d.     Ausbau einer international wettbewerbsfähigen Infra­struktur.


Herbert Budka

Über Herbert Budka

Promotion an der Universität Wien als Dr. med. und Facharztausbildung in Neurologie und Psychiatrie am AKH Wien, wissenschaftliche Kon­zen­tration auf Neuropathologie mit Schwerpunkt neurodegenerative Erkrankungen. Er war Vorstand des Klinischen Instituts für Neurologie der Medizinischen Universität Wien und ist derzeit Senior Consultant am Institut für Neuropathologie des Universitätsspitals Zürich.