2018 – Wilfried Eichlseder


Universitäten als Entwickler von globalen Lösungsansätzen

Die vordringlichen Aufgaben einer Gesellschaft bestehen in der Gewährleistung sozialer Sicherheit und im Erhalt und Ausbau von Wachstum und Wohlstand. Forschung und Innovation sind mit ein Schlüssel, um den Wohlstand zu sichern und die Herausforderungen von morgen zu meistern. Technologische Umbrüche und demografische Entwicklungen verursachen Veränderungen in Gesellschaft und Wirtschaft, ein steigender Ressourcen- und Energiebedarf führt sowohl zu Verteilungsfragen als auch zu negativen Umweltauswirkungen. Und gleichzeitig leben wir in der westlichen Welt in einer Situation der relativen Sättigung. Klar ist, dass die großen gesellschaftlichen Herausforderungen ausnahmslos globale Problemstellungen darstellen. Blicken wir beispielsweise auf den Klimawandel. Ein Wirbelsturm außerhalb Europas kann rasch die Lieferantenkette für wichtige Rohstoffe unterbrechen und gleichzeitig Menschen zur Flucht in westliche Regionen bewegen. Nehmen Migrationsbewegungen überhand, sind Lösungen gefragt, welche einerseits die Gastgebergesellschaft nicht überfordern und gleichzeitig nach Europa kommenden Menschen einen sinnstiftenden Platz in der Gesellschaft ermöglichen. Universitäten sind in der Lage, wissensbasierte Lösungsansätze zu liefern. Daher soll und muss sich Forschungsarbeit von heute auch der Entwicklung umweltfreundlicher Technologien, alternativer Energieformen etc. widmen und dies als Chance für Fortschritt und Wachstum begreifen. Wissenschaft und Forschung stärken damit die Reaktionsfähigkeit unserer Gesellschaft auf zukünftige Herausforderungen.


Wilfried Eichlseder

Über Wilfried Eichlseder

Studium des Maschinenbaus an der TU Graz, Promotion zum Dr.techn. Langjährige Leitungsfunktionen bei der Steyr-Daimler-Puch AG (heute: Magna Powertrain). 1999 Berufung an die Montanuniversität Leoben, Leitung des Lehrstuhls für Allgemeinen Maschinenbau und Aufbau der Forschungsschwerpunkte Betriebsfestigkeit und Tribologie, seit 2011 Rektor der Montanuniversität Leoben. [Foto: © Armin Russold, Foto Freisinger]