2020 – Oliver Kröpfl


// 2020 – die Republik trägt zum Fest Mund-Nasenschutz //

75 Jahre nach Ausrufung der Zweiten Republik findet sich Österreich in historisch-misslicher Lage wieder.
Die Flatulenzen von Ibiza sind Stoff für bekömmliches Sommertheater im parlamentarischen Untersuchungsausschuss. Während viele Festival-Spielstätten unfreiwillig geschlossen halten, stößt ein solider Schwank dankbar ins Vakuum beim ausgedorrten Publikum.
Als Zugabe ruft um 22 Uhr der täglich-abendliche Ringkampf des Babyelefanten mit Armin Wolf. Alles abgegolten mit der tourlichen GIS-Lastschrift.
Die Welt und Österreich stöhnen unter der Geisel Covid-19. Das Virus erzeugt in wenigen Monaten Veränderung in Leben und Gesellschaft, die sonst nur über mehrere Jahrzehnte zu messen ist.
Die Bevölkerung lebt Urlaub am heimatlichen See und Berg statt in Kroatien und Venedig als persönliche Heldentat. Verzwergung als Antwort auf Globalisierung. Grenzbalken als Sicherheitsinstrument im 21. Jahrhundert.
Die Wirtschaft flieht unter den wohligen Schutzschirm des fürsorglichen Staates. Auch liberale Kapitalisten bejubeln das weich rieselnde Helikoptergeld, das nur mehr in der Menge der Nullen zu benennen ist. Verstaatlichung von Unternehmen wird als Lösungsansatz salonfähig.
Die Frage, wie es mittelfristig weitergehen kann, beantwortet man wahrheitsgemäß mit Achselzucken. Die Frage, wer letztlich dafür bezahlen muss, ist unerwünscht und aus Staatsräson zu umturnen.
Österreich steht dort, wo die Erfolgsgeschichte der Zweiten Republik begann. Schreiben wir sie neu. Wir schaffen das!


Oliver Kröpfl

Über Oliver Kröpfl

Studium der Rechtswissenschaften in Graz. Ehem. Landesobmann der Jungen ÖVP Steiermark und Landtagsabgeordneter. Seit 2004 in Managementfunktionen bei der Steiermärkischen Sparkasse, ab 2013 Generalsekretär und seit 2019 als Mitglied des Vorstands ressortverantwortlich für Kommerzgeschäft, Immobilienmanagement, Werbung und Backoffice. [Foto: © Werner Krug]