2020 – Klement Tockner


// Wissenschaft und Forschung während und nach der Coronakrise //

Die Corona-Pandemie verlangt den Menschen in Österreich und auf der ganzen Welt viel ab. Sie traf und trifft Länder mit voller Härte, große Hoffnungen ruhen auf der Wissenschaft. Warum? Forscherinnen und Forscher liefern das nötige Wissen und die verlässlichen Werkzeuge, um Herausforderungen wie diese in den Griff zu kriegen und zugleich zukünftige Krisen zu mindern oder – noch besser – zu vermeiden. In schwierigen Zeiten zeigt sich, worauf es ankommt: Spitzenforschung gehört dazu. Am Ende werden Impfstoff, Medikamente und Therapien den Ausschlag geben, wann die Coronakrise vorbei sein wird. Das grundlegende Wissen, um das Virus zu verstehen und die gesamtgesellschaftlichen Folgen der Pandemie in den Griff zu kriegen, stammt aus öffentlich finanzierter Wissenschaft und Forschung – es ist die wichtigste Basis für unser Wohlergehen.
Wenn Österreich seinen Forschenden international konkurrenzfähige Rahmenbedingungen bietet, können sie uns weiterhin an vorderster Stelle mit neuem Wissen und Erkenntnissen versorgen. Drei Faktoren sind entscheidend: Planbarkeit, Vertrauen in den Standort und ein hohes Qualitätsniveau in der Forschungslandschaft. Die im Wettbewerb an Forschende vergebenen Drittmittel beeinflussen die Qualität und Attraktivität einer Forschungslandschaft entscheidend.
Länder wie Südkorea, Deutschland oder Norwegen denken voraus und investieren überdurchschnittlich in Wissenschaft und Forschung, um gut und schnell durch Krisen zu kommen – oder noch besser, diese zu verhindern. Eine offene, von Neugier getriebene und Disziplinen übergreifende Forschung ist die beste Absicherung gegen das „Unvorhersehbare“. Niemand weiß im Detail, was auf uns zukommen wird – aber je mehr kreative und exzellente Forschende an Österreichs Forschungsstätten tätig sind, desto besser werden wir für das Morgen vorsorgen: Darauf können sich Politik und Bevölkerung verlassen. Mehr denn je ist daher verantwortungsvolle und mutige Politik gefragt.


Klement Tockner

Über Klement Tockner

Biologe und Gewässerökologe mit internationalen Forschungstätigkeiten. Sei 2007 Universitätsprofessor für Aquatische Ökologie an der Freien Universität Berlin und Leiter des Leibniz-Instituts für Gewässerökologie und Binnenfischerei (IGB). Seit 2016 Präsident des FWF und seit Oktober 2017 Vorstandsvorsitzender der Österreichischen Agentur für wissenschaftliche Integrität (OeAWI). [Foto: © FWF - Luiza Puiu]