2020 – Katrin Unger


// Hoher Stellenwert der Forschung //

Ich sehe mich im Sektor der Forschung und Entwicklung auf der Universität beheimatet und würde Österreich in diesem Bereich eine gute Note zusprechen. Um nur einige wenige Vorzüge zu nennen, wären da der kostenfreie Zugang zu einem Studium an einer Universität, Wissenschaftsfonds zur Unterstützung Jungforschender bis hin zu EU-Projekten in Millionenhöhe.
Punkte, bei denen ich nicht konform mit dem österreichischen Weg bin, sind einerseits die damalige Eingliederung des Wissenschaftsministeriums ins Wirtschaftsministerium. Engt man die Forschung in einem Korsett der Wirtschaft ein, wirkt das wie Scheuklappen beim Versuch, die Welt zu sehen. Andererseits halte ich auch die derzeitigen zeitbegrenzten Arbeitsverträge für ein negatives Werkzeug des Aussiebens guter Forscher.
Hinsichtlich der Corona-Pandemie hat die Forschung einen noch höheren Stellenwert in der Gesellschaft eingenommen. Ich bin auch davon überzeugt, dass die gemeinsamen Anstrengungen von Wissenschaftlern des gesamten Globus der einzige Weg sind, in erster Instanz eine wirksame Arznei und in zweiter einen sicheren Impfstoff zu entwickeln. Zwar hat Österreich zu Beginn zu wenig investiert, um Informationen über die Ausbreitung des Virus und auch andere Effekte des Lock-Downs zu gewinnen, aber derzeit gibt es hier zahlreiche exzellente Forschungsprojekte rund um Covid-19-Tests, Impfungen und medikamentöse Behandlung mit dem renommierten Genetiker Josef Penninger.


Katrin Unger

Über Katrin Unger

Studium der Physik an der Technischen Universität Graz, derzeit PhD Studium am Institut für Festkörperphysik. Wissenschaftliche und Assistenz-Tätigkeiten an der Universität sowie diverse Projektmitarbeiten. 2019 Projektassistentin für Forschung und Innovation im Horizon 2020-Programm der Europäischen Union. Seit 2019 Stipendiatin „For Women in Science – L’Oreal“ mit dem Projekt „Allpolymer tattoo pH sensors“. [Foto: © Helmut Lunghammer]