2020 – Iris Eisenberger


// Disruptive digitale Welten versus konservierende Verfassungsrechtssysteme? //

Algorithmen entscheiden über unsere Arbeits-, Ver­siche­rungs- und Kreditmöglichkeiten; Simulationen werden ein­ge­setzt, um Verkehrsabläufe zu prognostizieren; sta­tistische Model­lierungen helfen dabei, Verbrechen zu bekämpfen und auf Naturkatastrophen zu reagieren. Kurzum, technologische Innovationen erzeugen disruptive digitale Welten, die unser Zusammenleben verändern und fordern. Davon erfasst sind sowohl bestehende Wirtschafts- und Industriestrukturen als auch das Rechts­system. Das (Verfassungs-)Rechtssystem wird in diesen Zusammenhängen oft als Mittel zur Konservierung des Status quo, ja sogar als Innovationshemmnis schlecht­hin wahrgenommen, leistet tatsächlich aber einen wesent­lichen Beitrag, Innovationen gesellschaftlich und wirt­schaftlich zu integrieren. Diese Spannung zwischen Innovation und Recht ist ein Auftrag, die österreichische institutionelle Verfasstheit im 21. Jahrhundert neu zu denken.


Iris Eisenberger

Über Iris Eisenberger

Seit 2020 Universitätsprofessorin für Öffentliches Recht und Europäisches Wirtschaftsrecht an der Universität Graz. Expertin im Technologie- und Innovationsrecht mit weitreichender Erfahrung in Konzeption und Durchführung von interdisziplinären und internationalen Forschungsprojekten. 2016 bis 2020 Universitätsprofessorin und Leiterin des Instituts für Rechtswissenschaften an der BOKU. Gastprofessorin an zahlreichen ausländischen Universitäten. [Foto: © Astrid Eckert/TUM]