2020 – Günther Apfalter


// Gemeinsam an Lösungen arbeiten //

In der heutigen Zeit ist ein kontinuierlicher und offener Austausch nicht nur zwischen Politik und Wirtschaft, sondern auch mit Gesellschafts- und Sozialwissenschaftlern von großer Bedeutung. Wir müssen möglichst viele Interessengruppen anhören und verstehen, um für zukünftige Herausforderungen wie den Klimawandel oder die Digitalisierung gewappnet zu sein. Dies betrifft nicht Österreich allein, sondern muss ein globaler Ansatz sein.
Nach der Pandemie kommen neben ökonomischen auch gesellschaftliche Herausforderungen auf uns zu, teilweise sind sie schon akut: Klimaschutz, Mobilitätswandel, Bildung und Migration sind Themen, denen Europa sich dringend stellen muss. Wir müssen diese Themen sehr ernst nehmen und versuchen, Lösungen zu finden, die nicht nur in Österreich, sondern auch europäisch und global wirken. Hier kann Österreich eine wichtige Schlüsselrolle als Mittler zwischen der EU, den Ländern Osteuropas und vor allem Russland einnehmen.
Es wird uns jedoch ökonomisch wenig helfen, wenn Österreichs Wirtschaft rasch gesundet, aber der Rest Europas in Quarantäne bleibt. Die produzierende Wirtschaft agiert auf internationalen, globalen Märkten und ist nicht nur von einem bestimmten Markt abhängig. Dies ist besonders im Automotive- und Textilbereich stark ausgeprägt. In anderen Bereichen, wie zum Beispiel der Pharmaindustrie, sollte darauf geachtet werden, dass für die öffentliche Gesundheit relevante Arzneien wie Antibiotika zukünftig auch auf nationaler Ebene produziert werden, um unabhängig von globalen Marktsituationen den Bedarf zu decken. Hier ist ein Umdenken angebracht. Angesichts der kommenden Herausforderungen sind das Land, seine Bewohner und die Politik weiterhin gefordert, gemeinsam an Lösungen zu arbeiten.