2020 – Friedrich Faulhammer


// Weiterbildung – Forschung macht den Unterschied //

Dass Weiterbildung per se angesichts der offenkundigen Umbrüche unserer Zeit von elementarer Bedeutung ist, sei an dieser Stelle nur einleitend erwähnt. Zahlreiche Studien belegen dies in steter Regelmäßigkeit und kaum ein aktueller Debattenbeitrag über Zukunftsfähigkeit, Krise oder Prosperität kommt ohne den diesbezüglichen Verweis aus.
Im Vergleich zum öffentlich kommunizierten ist der politische Bedeutungsraum für Weiterbildung jedoch kaum genutzt. Exemplarisch zeigt sich dies, indem noch keine umfassende Diskussion über die Fortsetzung der 2011 interministeriell initiierten „LLL:2020 – Strategie zum lebensbegleitenden Lernen in Österreich” eingeleitet wurde und konkret in Zahlen: 15,8 Prozent der Bevölkerung beteiligen sich laut Statistik Austria an Weiterbildung, davon jedoch nur rund 2,6 Prozent – in Zahlen 20.144 Studierende – in Universitätslehrgängen an öffentlichen Universitäten (rund 50 Prozent davon an der Donau-Universität Krems – der Universität für Weiterbildung).
Das bedeutet: Weiterbildung findet in der Regel an außeruniversitären Institutionen statt, die weder über organisationale Merkmale verfügen, wie per Gesetz „zur Lösung der Probleme des Menschen sowie zur gedeihlichen Entwicklung der Gesellschaft und der natürlichen Umwelt beizutragen“ (§ 1 UG), noch dem Credo „Forschung macht den Unterschied” folgen und daher kaum wesentliche Qualitätsstandards oder Veränderungen setzen können.
Der Anspruch an Universitäten zur Bewältigung aktueller Herausforderungen, Sicherung von Wohlstand und Höherqualifizierung der Gesellschaft ist omnipräsent. Lebensbegleitendes Lernen und forschungsgeleitete Weiterbildung bergen dabei augenscheinlich ein noch ungenutztes Potential.


Friedrich Faulhammer

Über Friedrich Faulhammer

Jurist, langjährige Tätigkeit im Bundesministerium für Wissenschaft und Forschung, zunächst in der Hochschulrechtslegistik, Fü̈hrungspositionen u.a. in Revisionsabteilung, Studienrechts- Abteilung und Fachhochschulabteilung, von 2009 bis 2013 Generalsekretär. Seit 2013 Rektor der Donau­Universität Krems, 2017 bis 2018 Präsident der Danube Rectors‘ Conference (DRC). [Foto: © Walter Skokanitsch]