2020 – Christoph Neumayer


// Strategisch denken, nachhaltig handeln //

Wer den Versuch einer Bestandsaufnahme der gegenwärtigen Verfasstheit Österreichs unternimmt, der wird in manchen Bereichen Verbesserungspotential entdecken. In Summe aber steht unser Land gut da. Nicht zuletzt, weil wir vielfach noch von den Erfolgen der Vergangenheit leben. Das ist bequem, birgt aber auch die Gefahr, sich in dieser Bequemlichkeit zu verlieren. Die Covid-19-Pandemie hat uns vor Augen geführt, wie drastisch sich die Welt von heute auf morgen ändern kann. Mehr denn je sind – durchaus auch unabhängig von Corona – Innovation, Technologie (Stichwort: Digitalisierung) und Flexibilität zu maßgeblichen Erfolgsfaktoren geworden. Österreichs Industrie hat das nicht nur längst verstanden, sondern tief verinnerlicht und daraus ihre Schlüsse gezogen. Wir müssen bei Digitalisierung, Forschung und Entwicklung zu den Besten gehören, wenn wir die großen Herausforderungen des 21. Jahrhunderts – etwa den Klimawandel – meistern wollen. Eine innovative Industriestrategie, wie sie die Industriellenvereinigung gerade erarbeitet, mit klar definierten und messbaren Zielen ist dafür unabdingbar. Denn die Industrie hat sich immer wieder als Motor für Wohlstand und Arbeitsplätze, vor allem aber als Treiber für Innovation und Technologie erwiesen. Wir müssen strategisch denken und nachhaltig handeln, um uns diese Stärken zu erhalten. Nur dann können wir auf ihnen aufbauen, um Österreich als Land und Wirtschaftsstandort auch für kommende Generationen lebenswert und attraktiv zu gestalten.