2020 – Alexander Wrabetz


// Medien und Maskenpflicht //

Die Covid-19-Pandemie hat gezeigt, warum klassische Medien zur kritischen Infrastruktur zählen und welchen Wert sie für unsere Gesellschaft haben. US-Plattformen haben in der Krise hingegen so gut wie keine Rolle gespielt: Streaming-Anbieter wie Netflix und Amazon leisten durch den alleinigen programmlichen Fokus auf Unterhaltung keinen Beitrag zur Information der Bevölkerung. Soziale Netzwerke wiederum sind mit der Verbreitung von gesundheitspolitisch gefährlichen Desinformationsbeiträgen negativ aufgefallen. Demgegenüber hat sich öffentlich-rechtlicher Rundfunk in ganz Europa als unverzichtbar erwiesen. In Österreich konnte der ORF seinen Ruf als vertrauenswürdigste Informationsquelle festigen: Neben seiner umfassenden Informationsleistung in TV, Radio und Online hat er seine Bedeutung für den Zusammenhalt der Gesellschaft etwa in den Bereichen Kultur, Sport und Religion unterstrichen. Um auch in Zukunft als verbindende Plattform aller ÖsterreicherInnen fungieren zu können, braucht der ORF ausreichend personelle, finanzielle, fachliche und technische Kapazitäten sowie eine breite regionale und internationale Verankerung. Dazu ist es notwendig, ihn hinsichtlich seiner Finanzierung und der Unabhängigkeit seiner Berichterstattung nachhaltig außer Streit zu stellen und seinen Bewegungsspielraum im digitalen Bereich zu erweitern. Der ORF selbst muss sein mediales Angebot, seine Produktionsmethoden und Distributionsstrategien mit den Erfahrungen aus der Coronakrise nachhaltig weiterentwickeln.